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Soziokulturelle Rahmenbedingungen unserer Kinder- und Jugendarbeit

 

Der Stadtteil Bochum-Dahlhausen liegt in einer Stadtrandlage, eingebettet in eine vielfältige, grüne Landschaft. Dahlhausen verfügt über eine lange  Arbeitermigrationsgeschichte, die auch heute noch im Straßenbild und in der Zusammensetzung der Wohnbevölkerung sicht­bar ist. Als dörflich kann man diesen Stadtteil betrachten, da er nahezu über eine komplette Infrastruktur verfügt. Eine in unmittelbarer Nachbarschaft befindliche Siedlung der VIVA West mit 250 Wohnungen, überwiegend sozialer Wohnungsbau, bietet Wohnraum für sozial schwache Familien unterschiedlicher Herkunft . Eine weitere nahegelegene Neubausied­lung  im Ruhrauenpark  bietet jungen Familien in ihren Eigentumshäusern eine neue Heimat in unserem Stadtteil. Ein Drittel der Dahlhauser  Bevölkerung stammt aus

Durch die Attraktivität des Stadtteils sind in den letzten Jahren auch viele Mittelschichtfami­lien nach Dahlhausen gezogen. Die multikulturelle Zusammensetzung der Menschen in die­sem Stadtteil wird von den meisten Bewohnern als positiv wahr genommen.

Doch gerade in einem eher geschlossenen Stadtteil wie diesem, werden viele sozialpolitische Probleme besonders sichtbar. Armut, Arbeitslosigkeit, Sucht und Gewaltproblematiken in den Familien sind hier keine Seltenheit. Diese Lebensrealitäten der Kinder und Jugend­lichen lassen selten einen unproblematischen Lebensweg zu. Eigene Arbeitslosigkeit, fehlen­de Ausbildung, Identitätsprobleme, Sucht, Schulverweigerung, Kriminalität, psychosoziale Er­krankungen u.a. sind häufige Erscheinungsbilder. Auch der Anteil an Einelternfamilien ist steigend.

Die Besucher_Innen unserer Einrichtungen besuchen  die Grundschule, Sekundarschule, Real­schule, Gesamtschule, Berufsschule oder sind in der Ausbildung. 70 Prozent sind Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund, die meisten sind türkischer Herkunft.

des Stadtteils sind in den letzten Jahren auch über 200 Mittelschichtfamilien hier im „Ruhrauenpark“ heimisch geworden. Trotz der unterschiedlichen sozialen Bevölkerungszu­sammensetzung und einem hohen Anteil von Menschen mit Migrationsgeschichte,  leben die Menschen in diesem Stadtteil friedlich nebeneinander.

Pädagogische Zielsetzung der multikulturellen Kinder- und Jugendarbeit

Unsere interkulturelle Kinder- und Jugendarbeit bietet eine attraktive Freizeitgestaltung und ist ein wichtiger Bestandteil der außerschulischen Bildung. Sie leistet ein frühzeitiges Erleben von Demokratie, Toleranz und Partizipation und  bietet ein wichtiges Lernfeld für die persön­liche und soziale Entwicklung junger Menschen. Somit ist sie ein unverzichtbarer Teil der kommunalen Jugendhilfe im Bochumer Südwesten. Wir setzen an den Stärken und Bedürf­nissen der Heranwachsenden an, was gerade bei jungen Menschen, die Ausgrenzung und Misserfolge erfahren, von großer Wichtigkeit ist. Vielfältige Freizeitangebote machen Kinder und Jugendliche fit und stark, nicht nur für die Schule. Wir fördern das soziale Miteinander und geben Kindern und Jugendlichen Raum, den sie für ihre persönliche und kreative Ent­wicklung benötigen. Im Kinder- und Jugendtreff des Mehrgenerationenhauses bekommen alle Besucher und Besucherinnen gleichermaßen Aufmerksamkeit und Unterstützung in ihrer individuellen Entwicklung, Anerkennung, Wertschätzung und Ermutigung. Hier haben sie die Möglichkeit, ihre eigenen Ressourcen zu entdecken und Freundschaften zu schließen. Ju­gendliche finden kompetente Ansprechpartner, die sie bei der Realisierung ihrer eigenen Le­bensplanung unterstützen.

Im Stadtteil sind wir über die Sozialraumkonferenz mit allen Jugendhilfe- und Bildungsträ­gern vernetzt.

Auf kommunaler Ebene sind wir Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der offenen Tü­ren, AGOT, dem Bochumer Jugendring und der AG §78 SGB VIII.

Interkulturelle Arbeit

Unsere Einrichtung soll Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen, kulturellen  und so­zialen Hintergründen die Möglichkeit bieten, ein alltägliches, selbstverständliches Leben mit­einander zu erfahren. In unserer Arbeit möchten wir einen gleichberechtigten Umgang mit ethnischen, kulturellen und religiösen Eigenarten vermitteln. Hier geht es nicht darum zu vereinheitlichen, sondern jungen Menschen Werte des gegenseitigen Akzeptierens und Auf­einanderzugehens zu vermitteln. Hier findet Abbau von Vorurteilen durch gegenseitiges Kennen- und Verstehen lernen statt. Um diesen Emanzipationsprozess adäquat begleiten zu können, halten wir es für notwendig, in einem multikulturellen Team zu arbeiten, das für alle Kinder und Jugendlichen gleichermaßen ansprechbar ist und durch eine gewisse Vorbildfunk­tion zum selbstverständlichen Umgang miteinander ermuntern kann. Unser Ziel ist es, die Auseinandersetzung mit der eigenen und der fremden Kulturen anzuregen und Differenzen mit friedlichen und konstruktiven Kommunikationsweisen auszutragen.